interessante Vorträge - Elisabeth in Bayern

Ein weiteres Thema dem wir uns genähert haben, ist das Leben der Habsbuger Kaiserin und Königin von Ungarn Elisabeth, genannt Sisi. Der Beweggrund warum Renate Gruber - Lieblich sich des Themas angenommen hat, ist für sie die unerträgliche Verkitschung des Bildes der Elisabeth, in der beliebten Verfilmung «Sisi» .

Wer war Elisabeth, von ihrer Familie Sisi genannt, wirklich? (1837 geboren und 1898 durch ein Attentat zu Tode gekommen).

In den letzten zwei Jahrzehnten sind eine Reihe neuer Biographien über Elisabeth herausgegeben worden. Günstig für diese neuen Herausgaben war, dass sich in Österreich eine Reihe Archive geöffnet haben und die Historiker hundert Jahre lang weggeschlossene Dokumente einsehen konnten, die heute zu einem weitgehendst realen biographischen Bild der Sisi, wie sie wirklich war, geführt haben.

Elisabeth in Bayern, (im Bayrischen benutzte man statt des «von» das «in») war Mutter von vier Kindern, drei Mädchen und einen Sohn. Ihre erstgeborene Tochter starb mit zwei Jahren, ihr Sohn Kronprinz Rudolf begeht mit 31 Jahren Selbstmord, Elisabeth hat diesen Verlust nie überwunden. Im Land der Magyaren wird sie «Der Engel von Ungarn» genannt.

Ihrer beharrlichen Mitwirkung, ihre zurückhaltende politische Diplomatie die sie gegenüber ihrem Mann, dem Habsburger Kaiser Franz Josef (1830 - 1916) geltend gemacht hat, war es zu verdanken, dass es 1867 zum Ausgleich mit Ungarn kam. Am 8. Juni des genannten Jahres fand in Budapest die Krönung des Kaiserpaares zum König und Königin von Ungarn statt. Von dem Tag an, gab es die kaiserliche und königliche («k» und «k») Monarchie des Hauses Habsburg. Das Ergebnis des ungarischen Ausgleichs war, das Ungarn endlich ein selbstständiger Verfassungsstaat wurde.

Weniger bekannt ist, das Elisabeth deren Lieblingsdichter Heinrich Heine war, eine Liebe die sie von ihrem Vater Herzog Max in Bayern übernommen hat, selbst eine reichhaltige Sammlung von eigenen Gedichten hinterlassen hat. In dem Gedicht: «O könnt ich euch den König geben!» wird ihre tiefe Liebe zu den Ungarn am deutlichsten.

«O könnt ich euch den König geben!»

O Ungarn, geliebtes Ungarnland! Ich weiß dich in schweren Ketten. Wie gerne böt ich meine Hand, Von Sklaverei dich zu retten!

Es starben für Freiheit und Vaterland, Der hehren Helden nicht wenig. Könnt knüpfen ich mit euch ein inniges Band, Euren Söhnen jetzt schenken den König.

Er sollte ein Ungar von echtem Stamm, Ein Held sein von Stahl und von Erz, Mit klarem Verstand, ein starker Mann, schlüge sein Herz.

Frei macht er euch, trotz allem Neid, Ein stolzfreies Ungarn für ewig! Und er teile mit allen Freud und Leid, So soll er sein - euer König!